8. März – 21. April 2019

Die Bildhauerin Ursula Sax hat in bisher 68 Jahren ein Werk von großartiger Vielseitigkeit der Mittel, Methoden und Materialien geschaffen. Schon früh, mit 15 Jahren, nahm sie das Studium an der Stuttgarter Kunstakademie auf und kam mit 20 nach Berlin, wo Hans Uhlmann ihr wichtigster Lehrer wurde und sie sich mit 25 eine freiberufliche Existenz aufbauen konnte. Ein Werdegang von heute unglaublich scheinender Stringenz. Seither entsteht ein Werk als fortwährende Erkundung, der zeitgenössischen Möglichkeiten des Skulpturalen ohne die Skulptur als (be)greifbaren materiellen Gegenstand jemals zu verlassen.

Als Professorin hat Ursula Sax Bildhauerei-Studenten gleich mehrerer Generationen auf den Weg gebracht, erst in Berlin und Braunschweig, dann 1993 bis 2000 an der Akademie in Dresden, wo sie im vergangenen Jahr den Großen Kunstpreis der Stadt erhielt.

Ursula Sax entwickelt ihr Werk in inniger Zwiesprache mit den Materialien, denen sie sich zu Zeiten widmet. Nahezu alles, was formbar ist, hat sie bearbeitet: Das Harte – Stein, Keramik, Porzellan, Bronze, stahl und vor allem Holz, wie das Zarte – Seide, Wolle, Filz und jedwede andere Textilien. Dabei erfährt sie den Raum als geistig aktive Dimension der bildhauerischen Arbeit. Nicht im Sinne ästhetisierender Harmoniebestrebung sondern als spannungsvoll widersprüchliches aufeinander Bezogensein von Raum und Skulptur. Die bekannteste Arbeit im Stadtraum ist der elegant geschwungene »looping« (1992), jene 19 Meter hohe und 50 Meter lange, leuchtend gelbe Stahlrohrspirale, die einen gesichtslosen Stadtraum am Messegelände in Berlin überspannt.

In den vergangenen Jahren wurde Papier zum bevorzugten Material. Unter anderen entstand die Werkgruppe »Fasten- und andere Tücher«, abstrakte Gebilde aus farbigen Papierschichten. Papier ist ein leichtes und fragiles Material, es ist vergänglich und Holz zumeist sein Grundstoff. Angesichts der Kruzifixe, die Ursula Sax immer wieder aus einfachen Packpapieren formt, gewinnen diese Eigenschaften eine metaphysische Qualität, wie überhaupt im jüngsten Werk der Bildhauerin die Momente von Zeit, Vergänglichkeit und Transzendenz eine wichtiger werdende Rolle spielen.

Matthias Flügge

8. März, 18 Uhr
Eröffnung mit Ursula Sax und Pfarrerin Jasmin el-Manhy
Einführung: Matthias Flügge, Rektor der Hochschule für Bildende Künste, Dresden
Musikalische Gestaltung: Kammerchor enchore
Aufführung der Messe  für Doppelchor von Frank Martin

14. April, 15 Uhr
Der saure Weg … Passionskonzert J. S. Bach: »Komm, Jesu, komm« BWV 229, »der Geist hilft unsrer Schwachheit auf« BWV 226 Sonate für Flöte und Cembalo h-moll, BWV 1030, Motetten aus dem  Alt-Bachischen Archiv
Christoph Koch, Querflöte / European Bachensemble / Leitung: Kim Nguyen

21. April, 9:30 Uhr
Ostersonntagsgottesdienst, Enthüllung des Altars mit Pfarrerin Almut Hellmann und Team

Die Altarverhüllung ist bis zum 20. April zusehen,
montags bis freitags 15 – 18 Uhr und zu den Gottesdiensten

Ursula Sax, Fastentuch, 2019, Paul-Gerhardt-Kirche, Berlin-Prenzlauer Berg