24. Februar – 8. April 2012

NARBEN

Narben sind geheilte Verletzungen. Jedes menschliche Leben ist angefüllt mit Narben und Vernarbungen, ist verbunden mit Wunden und Heilungen in der Physis wie an der Psyche, an Leib und Seele. Mit den Spuren vergangenerVerletzungen wollen wir uns in der Passionszeit in der Paul-Gerhardt-Kirche im Rahmen der Alterverhüllung und in den wöchentlichen Passionsandachten im Elias-Kuppelsaal beschäftigen.

In den 40 Tagen vor Ostern wird das Altarbild in der Paul-Gerhardt-Kirche mit der Darstellung des auferstandenen Christus von 1910 mit einem zeitgenössischen Bild in der Tradition der Fastentücher verhüllt. In diesem Jahr konnten wir für dieses Projekt den Künstler Michael Morgner aus Einsiedel bei Chemnitz gewinnen. Michael Morgner ist einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit in Deutschland. In einem großen Teil seines künstlerischen Schaffens beschäftigte Morgner sich mit dem Thema der Passion.
In einem Gespräch und einem Kurzfilm wird er uns den Prozess des Herstellens seiner Arbeiten durch Häuten, Übermalen, Tränken und Ritzen von Papier erläutern. Sein »Fastentuch« ist wie das Zittauer Fastentuch von 1492 aus mehreren Motiven zusammengesetzt und wird uns in der Passionszeit viel zum Entdecken und Nachdenken geben.

Die Veranstaltungen zur Passionszeit beginnen mit der Verhüllung des Altars in der Paul-Gerhardt-Kirche am 24. Februar 2012 um 18:00 mit Michael Morgner und dem Kunstbeauftragten der Landeskirche und Direktors der Stiftung St. Matthäus, Pfr. Christhard-Georg Neubert.

Markus Rheinfurth

24. Februar 2012, 18:00, Liturgin: Pfn. Uta Fey, Gastredner: Pfr. Christhard-Georg Neubert
20. März 2012, 20 Uhr Gespräch mit Michael Morgner, Film »Narben«, Moderation: Gabriele Muschter
08. April 2012, 9:30, Enthüllung, Gottesdienst am Ostersonntag, Liturgin: Pfn. Uta Fey

Ort: Paul-Gerhardt-Kirche, Wisbyer Straße 7, 10439 Berlin

Flyer

Michael Morgner, ALtarbildverhüllung, 2012, Tusche auf Seidenpapier
Michael Morgner, Altarbildverhüllung, 2012, Tusche auf Seidenpapier