FREUNDESKREIS GALERIE PANKOW

F R E U N D E :

Paula Böttcher
Eckhart Gillen
Sabine Herrmann
Klaus Killisch
Enkidu Rankx
Joachim Richau

K O N T A K T :

Freundeskreis Galerie Pankow
c/o Herrmann/Killisch
Kreuzstraße 7
13187 Berlin
mail: herrmann@magnetberg.de

Galerie Pankow

P R O J E K T E :

2011 Erika Stürmer-Alex | Absichten und Zufälle
2013 Klaus Hähner-Springmühl, Richterstraße 9

Galerie Pankow vorerst gesichert

Die massiven Proteste gegen eine Schließung der traditionsreichen Galerie Pankow haben dazu geführt, dass die BVV Pankow der vom Bezirksamt Pankow geplanten Schließung der Galerie nicht zugestimmt hat. Stattdessen hat die Bezirksverordnetenversammlung Pankow  auf ihrer Tagung am 14.3.2012 folgenden Beschluss gefasst:

Drucksache VII - 0064
Auflagenbeschluss (Nr. 15/Kap. 3721): Galerie Pankow:
Für die Galerie Pankow wird eine Verlagerung in bezirkseigene Räumlichkeiten angestrebt. Eine Aufgabe des Standortes in der Breiten Straße 8 erfolgt frühestens im November 2013 (Kündigung des Mietvertrages im April 2013.

Die Galerie Pankow bleibt also erst einmal erhalten.

Mit dem Umzug in kommunale Räume wird eine Senkung der Mietkosten erwartet. Bei einer derzeitigen Miete von 6,33 € stellt sich allerdings die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Anliegens. Denn auch für kommunale Räume muss der Bezirk Kosten an den Senat abführen. Ob die Einsparungen angesichts der zu erwartenden Kosten für Umzug und nutzungsspezifische Herrichtung der Räume mit Alarmanlage, Beleuchtungsanlage, Hängesystem, barrierefreiem Zugang etc. realistisch sind bleibt offen. Ebenso, welche kommunalen Räume denn überhaupt zur Verfügung stehen und für die Nutzung durch eine Galerie auch noch geeignet sind.

Der Freundeskreis der Galerie Pankow wird alle diesbezüglichen Aktivitäten des Bezirksamtes Pankow kritisch begleiten und sich weiterhin für den Erhalt der Galerie Pankow in angemessenen Räumlichkeiten einsetzen.

Allen, die sich in den zahlreichen Aktionen und mit Ihrer Unterschrift gegen die Schließung der Galerie Pankow gewehrt haben, möchten wir an dieser Stelle herzlichen Dank sagen.

April 2012

PROTESTSCHREIBEN

des Freundeskreis der Galerie Pankow an die Mitglieder der BVV

Wir protestieren entschieden gegen die beabsichtigte Schließung der Galerie Pankow.

Wollen Sie persönlich als Zerstörer/in kultureller Infrastruktur in die Bezirksgeschichte eingehen?

Sicher nicht, denn dafür wurden Sie nicht gewählt. Alle Unterzeichner dieses Briefes verfügen über ein großes Netzwerk, dem übrigens Ihr Name bekannt gemacht wird. Anonyme Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg, werden wir nicht akzeptieren können. Bitte haben Sie dafür Verständnis, denn die Galerie Pankow hat durch ihre Arbeit das kulturelle Gedächtnis und Gesicht des Bezirkes geprägt.

Jeder in die Galerie Pankow investierte Euro verdoppelt sich buchstäblich, da die Künstler ihren Auftritt nicht vergütet bekommen und die qualifizierte Leitung, mit einer halben Stelle, Hilfskräfte auf MAE - Basis anleitet und trotzdem hervorragende hochprofessionelle Arbeit leisten; sogar museumsreif, wie z.B. die Carlfriedrich Claus Ausstellung 2011 oder die erst kürzlich zu Ende gegangene Albert Wiegand Ausstellung. Bei beiden konnten Leihgaben privater Sammler und Museen akquiriert werden, die in Berlin noch nicht zu sehen waren. D.h. hier wird mit sehr wenig Budget – Maximales geleistet. Eine wirkliche Ersparnis kann die Zerstörung der Galerie Pankow daher nicht sein und sie wäre endgültig.

Beenden Sie dieses unwürdige, kulturlose, die motivierten Mitarbeiter zermürbende Szenario und schaffen Sie die Sparpläne aus der Welt. Zeigen Sie Anstand!

Berlin hat sich zu einer der weltweit führenden Metropole der Bildenden Kunst entwickelt. Daran waren Berliner Künstler wesentlich beteiligt. Wegen der zahllosen, in straffer Selbstausbeutung erarbeiteten Projekte, Initiativen und Netzwerke kommen internationale Künstler, Touristen, Fachpublikum und Steuern zahlende Großgalerien nach Berlin – in Massen. Berliner Politik muss die Infrastruktur für die bildenden Künstler endlich adäquat ausbauen, denn nur das würde der Bedeutung als internationale Kunstmetropole gerecht. Bisher beträgt der Anteil der bildenden Kunst (mit 20 000 Künstlern in Berlin) am Gesamtkulturhaushalt des Senates 1% (BBK). Es gibt keine Kunsthalle mehr, Museen und Kunstvereine haben keinen oder einen sehr geringen Etat, die bedeutende Kunstmesse findet nicht mehr statt, die soziale Künstlerförderung eingespart. Der Kultursenator (und Bürgermeister) gibt einer wenige Wochen dauernden mediokren Show „Based in Berlin“- 2 Millionen Euro. Davon könnte die Galerie Pankow mehr als .30.Jahre langkontinuierlich Ausstellungen erarbeiten und die Kunstentwicklung begleiten. Wir fordern sie daher auf, dem Ansinnen auf Kürzung des Kulturhaushaltes in ihrem Bezirk zu widerstehen.

Kunstwerke sind hochkomplexe intellektuelle und auch politische Gebilde, die aus einem produktiven Klima heraus entstehen und auf die Gesellschaft nachhaltig einwirken. Sie sind erst zuletzt auch Handelsware. Künstler sind darauf angewiesen, dass Räume außerhalb der kommerziellen Interessen als Präsentationsfläche erhalten bleiben. Die Galerie Pankow leistet diese Basisarbeit. Sie hat junge Künstler, mit beeindruckenden Laufbahnen, zuerst an die Öffentlichkeit gebracht und das Oeuvre in Vergessenheit geratener großer Künstler wieder entdeckt. Erweisen Sie sich nicht als Politiker/in, die/der die Leistung vergangener Kulturpolitik nicht zur Kenntnis nehmen will, sondern nutzen Sie die Chance, sich als umsichtige und zukunftorientierte Entscheidungsträger zu profilieren. Opfern sie nicht diese einzigartige Galerie kurzfristig gedachten Sparplänen.

Der Freundeskreis der Galerie Pankow

Februar 2012

Übergabe des Protestschreibens, der Unterschriftenlisten und des Rettungsschirms für die Galerie Pankow an Dr. Torsten Kühne, Bezirksstadtrat für Verbraucherschutz, Umwelt, Kultur und Bürgerdienste am 8.3.2012

Rona Tietje (SPD Fraktionsvositzende), Sabine Herrmann (Freundeskreis), Annette Tietz (Galerie Pankow) Treffen in der Galerie Pankow mit Rettungsschirm am 9.3.2012

Joachim Pohl (Galerist), Matthias Köhne (SPD, Bezirksbürgermeister), Sabine Herrmann (Freundeskreis) Übergabe des Protestschreibens und der Unterschriftenlisten ohne Rettungsschirm am 15.3.2012

Enkidu Rankx: FADING-Videoinstallation gegen den Kulturabbau in Pankow
www.enkidu-rankx.de

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